Risikoanalyse Betriebsunterbrechung

Betriebsunterbrechung das Stiefkind in der Beratung

Während die Versicherung von Gebäuden, Infrastruktur, Maschinen und Waren meistens ausreichend gestaltet ist, wird für die kritische Zeit nach einem Grossschaden oft dem Prinzip Hoffnung vertraut. Dabei belegen internationale Studien, dass mehr als die Hälfte der Betriebe, deren Produktionseinrichtungen durch einen Grossschaden zerstört werden, innert zwei Jahren vom Markt verschwinden.

Die folgenden Ausführungen zeigen auf, welche Überlegungen angestellt werden müssen, um das Schadenausmass nach einem Grossschaden abschätzen zu können.

1. Versicherungstechnischer (vt.) Bruttogewinn

Der versicherungstechnische (vt.) Bruttogewinn berechnet sich aus dem Umsatz ohne Erlösschmälerungen, abzüglich jene leistungsabhängigen Kosten, welche bei einem Betriebsunterbruch nach einem Schadenfall sofort eingespart werden können.

2. Grossschadenszenario

Es gilt zu bestimmen, was für ein Ereignis zu einem nachhaltigen Unterbrechungsschaden führen kann.

3. Betroffener vt. Bruttogewinn

Nun muss ermittelt werden, welcher Teil des vt. Bruttogewinns durch dieses Ereignis wegfällt und welcher Teil allenfalls davon nicht betroffen ist.

4. Technische Unterbrechnungsdauer

Folgende Elemente bestimmen diese Frist:

  • Aufräum- und Reinigungsarbeiten
  • Planung
  • Sanierung oder Wiederaufbau des Gebäudes
  • Liefer- und Installationszeit für die Anlagen und Einrichtungen
  • Wiederbeschaffung des Rohmaterials

5. Schadenminderungsmassnahmen

Zur Produktionsrettung ist oft eine Kombination aus Leistungsverlegung in Fremdbetriebe als auch die Wiederaufnahme der Produktion in einem Provisorium möglich. Erfahrungsgemäss führen diese Schadenminderungsmassnahmen weder zu einer unverzüglichen noch zu einer vollumfänglichen Produktionsrettung. Aufgrund der vorhandenen Möglichkeiten gilt es die Mehrkosten für diese Massnahmen zu bestimmen.

6. Zusätzliche Kosteneinsparungen

Aus der reduzierten Betriebstätigkeit können Kosteneinsparungen resultieren, die im vt. Bruttogewinn nicht berücksichtigt werden, wie:

  • Abschreibungen und Unterhaltskosten von durch den Schaden zerstörten Gebäuden und Einrichtungen
  • Der Einsatz des eigenen Personals zur Aufräumung, Wiederherstellung, Montage, etc. wird von der Feuerversicherung übernommen (mit Ausnahme der Überzeitzuschläge).
    Ein Teil der Belegschaft kann unter Umständen in Ausweich- oder Fremdbetrieben produktiv eingesetzt werden.

7. Reserven

Da für alle genannten Punkte selten genaue Angaben möglich sind und oft mit Annahmen gearbeitet werden muss, gilt es entsprechende Reserven einzubauen:

  • für Marktanteilsverluste
  • für besondere Auslagen, das heisst Mehrkosten, die sich nicht direkt ertragsrettend auswirken
  • für eine möglicherweise zu optimistische Einschätzung der Schadenminderungsmassnahmen
  • für eine gute Geschäftsentwicklung in den nächsten Jahren

8. Rückwirkungsschäden

Ein Sachschaden bei einem Lieferanten oder einem Kunden kann ebenfalls zu einem Unterbrechungsschaden oder zumindest zu Mehrkosten führen. Das Szenario ist ein anderes; die oben gemachten Überlegungen sind jedoch analog anzustellen.

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